Pressemitteilung zum Kirchenasyl in unserer Gemeinde

Abschiebung angekündigt

Pressemitteilung von Freitag, 4.1.19

Unsere Gemeinde, die Evangelische Luther-Kirchengemeinde in Solingen, beherbergt seit März 2018 einen jungen Christen aus dem Iran, ihm droht die Abschiebung. Nachdem wir uns seine Geschichte näher angeschaut hatten, hat unser Presbyterium beschlossen, für ihn ein Kirchenasyl einzurichten. So kann sein Asylverfahren in Deutschland geordnet ablaufen, ohne dass er abgeschoben wird. Er wohnt in einem Raum der Gemeinde. Ein großer Kreis von Menschen aus unseren Reihen versorgt ihn seitdem mit allem, was notwendig ist, angefangen von Lebensmitteln über Beschäftigung bis hin zur Seelsorge. 

Das Kirchenasyl basiert auf Vereinbarungen zwischen der Ev. Kirche im Rheinland und der Landesregierung von NRW. In einem Erlass des Ministeriums für Inneres und Kommunales des Landes NRW vom 13.06.2017 sind verschiedene Kriterien und Regeln veröffentlicht worden, nach denen ein Kirchenasyl möglich ist und respektiert wird. An die Regeln haben wir uns gehalten und die Kriterien sind alle erfüllt. Auch er hat seinen Beitrag geleistet: In der Zeit hat er Deutsch gelernt, sich in die Gemeinde integriert und ist aktives Mitglied der jungen Erwachsenengemeinde geworden. 

Dennoch hat der zuständige Kreis Wesel nun angekündigt, unseren Schützling „am Montag, den 07.01.2019, auf dem Landweg/Luftwege […] abzuschieben“ (Fax vom 2.1.2019). Die Abholung wird für 5:30 Uhr angekündigt. Außerdem wird mit Abschiebehaft gedroht. 

Da sich an den Gründen für das Kirchenasyl nichts geändert hat, werden wir das Kirchenasyl fortsetzen. Wir rufen den Kreis Wesel zur Besonnenheit auf und fordern, den Erlass zu respektieren. 

Aktuelle Informationen auf luki.de.

Christian Lerch, Pfarrer
Christian Menge, Pfarrer
Ev. Lutherkirchengemeinde Solingen