Der Gottesdienst vom 15. März

Zum Nachlesen und Nachsinnen: Eine Geschichte. Predigtgedanken dazu. Ein Gebet. Ein Lied. Ein Segen.

Hinweis: Ganz unten gibts das Ganze auch zum Download

Manna in der Wüste, Gott sorgt für Dich!
Biblische Geschichte nach 2. Mose 16,1-18

Nun waren sie schon so lange unterwegs. Immer durch die heiße, staubige Wüste. Aus Ägypten waren sie geflohen, dort war es ihnen gar nicht gut gegangen. Als Sklaven hatten sie arbeiten müssen.
Doch Gott hatte ihnen geholfen zu fliehen.
Nun zeigte Gott ihnen auch den Weg. In einer Wolkensäule ging er ihnen tagsüber voran und bei Nacht in einer Feuersäule. Ein gewaltiger Gott war das, der sie beschützte.

Viel hatten sie nicht mitnehmen können, als sie sich auf den Weg machen mussten. Eine Decke für die Nacht, etwas Wasser zu trinken und ein wenig Brot. Ein kleiner Vorrat war das nur gewesen.
Nun war dieser schon lange aufgebraucht.

Sie fühlten sich erschöpft, wollten Rast machen. „Gut, dass wir beisammen sind! Junge und alte!“ Ja, das war auch gut. Und frei waren sie auch. Aber …
Aber sie hatten Hunger, sie hatten Durst.

„Wann wird es besser, Mose? Wann sind wir durch die Wüste hindurch?“
Mose sagte, Gott ist bei ihnen.

Nur Sand und Steine um sie herum, ihre Lippen waren trocken, Sand war auch zwischen ihren Zähnen und in ihren Augen und in den Haaren.
Sie waren müde und die Sonne brannte heiß vom Himmel.
„Mose, wir brauchen was zu essen und zu trinken.
Was nützt uns die ganze Freiheit, wenn wir verdursten!“

Da sagte Mose: „Gott wird für uns sorgen. Ich bin sicher. Ihr werden Brot bekommen und zu trinken. Morgen!“
Erschöpft schliefen sie ein – mit knurrenden Mägen.

Als am nächsten Morgen die Sonne aufging, und sie langsam erwachten, ihre Augen sich öffneten, sahen sie es glitzern: Tau war des Nachts gefallen und er lag rund um sie verteilt. Sie standen auf und liefen umher und benetzten ihre Lippen damit.

Und als die Sonne höher stand und der Tau weg war, lag es, ja, wie denn: was ist das? Man-hu? Klein und rund lag es auf der Erde. Was ist das? Auf hebräisch heißt es: Man-hu? „Es ist wie Brot“, sagte Mose zu ihnen, „probiert es mal.“
„Süße, kleine Brote – für jeden ist etwas da. Esst und gebt es weiter, teilt miteinander.
Nur sammelt es nicht. Es wird verderben; denn morgen bekommt ihr neues.“

Gott schenkt euch jeden Tag, was ihr braucht.

Predigtimpuls

Man kann die Mühsal fast spüren, die trockenen Lippen, den Hunger, die Kraftlosigkeit, die das Volk Israel verspürt auf ihrem langen Weg durch die Wüste, nachdem sie aus Ägypten gerettet worden waren. Da kann schnell das Gefühl der Gottverlassenheit aufkommen. Da nutzen auch die Worte von Mose nicht mehr.

Wann? Wann wird es besser? Ist es nur murren oder doch viel mehr?

Ich kenne sie auch: diese Wüstenzeiten. Manchmal ist es nur ein Murren: alles ist doof, nichts läuft richtig gut, nichts gelingt. Manchmal, selten, ist es auch mehr: Warum? Warum nur? Warum ich/wir? Da macht sich dann auch schnell Verzweiflung breit.

Nach dem Brand in unserem Haus vor gut zwei Jahren folgte eine unglaublich anstrengende Zeit für mich und meine Familie. Stück für Stück wurde damals deutlich, was so vom Ruß beschädigt worden war und entsorgt werden musste, weil es viel zu aufwendig war, um es zu reinigen. Manchmal war ich einfach nur wütend und traurig. Warum war das geschehen? Die Frage kam immer wieder hoch.

Wüstenzeit sind anstrengend, nervenaufreibend.

Vor ein paar Jahren habe ich bei jemanden eine Wüstenzeit im Glauben erlebt. Das war sehr traurig: die Person lag im Sterben und man hatte den Eindruck, dass der Glauben einfach abhandengekommen war.

Wir (Angehörige, eine Ehrenamtliche vom Hospizverein, die Mitarbeitenden im Altenheim und ich) haben unser Möglichstes getan: Lieblingsverse aus der Bibel vorgelesen und auch andere Stellen, Abendmahl gefeiert, Lieder gesungen, wir waren einfach bei da und wir haben immer wieder zugesprochen, dass Gott bei da ist.

Der Eindruck, dass nichts wirklich helfen wollte, blieb bei mir durchgehend bestehen. Es war einfach nicht gut. Nichts schien die Situation zu verbessern.

Als die Person verstarb, habe ich all das Gott übergeben: Gott möge nun für die Person und das nötige Vertrauen sorgen und auch meine Fragen, warum das nun so sein musste, habe ich Gott gegeben.

Nach wie vor bin ich sicher, dass Gott Möglichkeiten gefunden haben wird.

Kennst auch du solche Wüstenzeiten?

Wie schön ist aber, wenn Himmelsbrot auf mich herabregnet! Wenn ich das erleben darf.
Die guten Worte, die mit einem Lächeln verbunden, zur rechten Zeit mir gesagt werden und bis in mein Herz wandern. Es sind keine dahin gesagten Alltagsweisheiten, sondern Worte, die gut tun, in meine Situation passen und nur für mich sind.

Sie verändern nicht all das, was gerade nicht gut ist. Aber sie bringen einen kleinen Lichtblich und helfen durch den Tag zu kommen, machen Hoffnung, dass es wieder besser geht.
Ich bin dafür immer sehr dankbar, wenn ich das erleben darf. Ein Lächeln, ein gutes Wort, das mir an den Tagen, an denen alles schiefläuft, entgegenkommt, ich murrend durch die Gegend laufe und mich jemand plötzlich zum Lachen bringt. Ach, tut da gut. Dann spüre ich, wie es leicht um mein Herz wird und sich in meinem Gesicht ein Lächeln ausbreitet. Aber auch die Begegnungen, wenn Wüstenzeiten, ausgeprägter sind. Kleine Aufmerksamkeiten, die einem dann zuteilwerden, die mich spüren lassen, da weiß jemand, wie es mir geht, versetzt sich in meine Situation und tut mir etwas Gutes. Das ist ganz wunderbar. Eben Himmelsbrot.

Was ist dein Himmelsbrot?

Nun heißt es ja eigentlich: Sammle, doch horte es nicht. Es meint doch wohl: Genieße es jetzt in diesem Augenblick.
Das schien ja wohl schon damals schwer. Schon damals haben sich die Menschen lieber darauf verlassen, was sie hatten, als das, was ihnen morgen geschenkt wird.

Das Himmelsbrot, Manna, entfaltet seine Kraft in dem Moment, wenn es mir zufällt. Aber horten – wie Klopapier und Konservendosen im Keller – kann ich es nicht.

Aber ich kann danke sagen, mir die Situation aufschreiben und mich ganz bewusst erinnern, so dass ich beim nächsten Mal weiß: Gott hat mir schon mal geholfen und das hat mir gut getan. Gott wird auch dieses Mal Möglichkeiten finden, mich mit Himmelsbrot zu beschenken.

Gebet:

Guter Gott,

du schenkst uns, was wir zum Leben brauchen.

Das ist ganz wunderbar und dafür danken wir dir.

Du bist Quelle und Brot in Wüstenzeit.

Aber nicht immer fällt es uns leicht, darauf zu vertrauen.

Schick uns zur rechten Zeit Menschen, die uns daran erinnern.

Lass uns zur rechten Zeit anderen von dir erzählen,

dass sie spüren, wie Wärme und Licht zurückkommen in ihr Leben,

sie Kraft und Stärke spüren.

Behüte und bewahre uns alle und sei mit deinem Segen um uns.

Amen

Lied: EG 171 Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott

  1. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
    sei mit uns auf unsern Wegen.
    Sei Quelle und Brot in Wüstennot,
    sei um uns mit deinem Segen,

  2. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
    sei mit uns in allem Leiden.
    Voll Wärme und Licht im Angesicht,
    sei nahe in schweren Zeiten,

  3. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
    sei mit uns vor allem Bösen.
    Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
    sei in uns, uns zu erlösen,

  4. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
    sei mit uns durch deinen Segen.
    Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt,
    sei um uns auf unsern Wegen.

(T: E.Eckert, Mel. A.Ruuth)

Und hier noch zum Anhören:

 

Und ein Segen:

Gott segne und bewahre Dich.

Er lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.

Er wende Dir sein Angesicht zu und schenke Dir seinen Frieden.

Amen.